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Newsletter Schule Januar 2010


17.01.2010 Bildung, Schule

Schulempfehlungen nach der vierten Klasse: Soziale Spaltung am Ende der Grundschulzeit

Je besser der Stadtteil gestellt ist, desto mehr Gymnasialempfehlungen gibt es

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat erstmals die Gymnasialempfehlungen der Hamburger Grundschulen untersucht. „Die bislang in Hamburg unbekannten Zahlen zeigen: Hamburgs Grundschulen können die soziale Spaltung der Stadt nicht überwinden“ – so fasste der schulpolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Ties Rabe, die Ergebnisse der Untersuchung zusammen. Basis ist die Antwort des Senats auf eine Große Anfrage der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Schüler aus wohlhabenden Stadtteilen werden – so geht aus der Antwort hervor – drei Mal so häufig zum Gymnasium empfohlen wie Schüler aus benachteiligten Stadtteilen. „Die vorliegenden Zahlen zeigen aber auch sehr große und kaum zu erklärende Unterschiede bei den Empfehlungsquoten der Schulen. Es ist unverständlich, dass der Senat das Elternwahlrecht abschaffen will, ohne verlässliche Zahlen über das Empfehlungs-Verfahren zu kennen. Nach meinem Eindruck ist das Verfahren fehleranfällig und intransparent“, sagte Rabe.

Wie soll das gehen? Kleinere Klassen, aber keine zusätzlichen Lehrer

Die Schulreform wird zum Papiertiger – jetzt müssen die Schulen Teilungs-, Förder- und Funktionsstunden streichen

Ein wichtiges Versprechen von Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) wird nicht wie angekündigt umgesetzt: Für die versprochenen kleineren Klassen werden keine zusätzlichen Lehrer bereitgestellt. Das hat der schulpolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion Ties Rabe im Rahmen mehrerer Kleiner Anfragen ermittelt. Rabe kritisiert: „Die Schulsenatorin hat kleinere Klassen und besseren Unterricht versprochen. Dieses Versprechen wird jetzt gebrochen. Die Behörde will für die Verkleinerung der Klassen keine zusätzlichen Stellen bereitstellen. Nun müssen die Schulen im Gegenzug Teilungs-, Förder- und Funktionsstunden streichen, um kleinere Klassen zu ermöglichen. Die angebliche Reform ist ein reiner Rechentrick. Unterm Strich gibt es keinerlei Verbesserungen.“

Erschreckender Rückgang der Ausbildungsplätze

Die SPD-Fraktion ist besorgt über den erschreckend hohen Rückgang der abgeschlossenen Ausbildungsverträge von 9,3 Prozent. Bundesweit belief sich der Rückgang nur auf 8,2 Prozent. Besonders hohe Einbußen mussten die für Hamburg wichtigen Bereiche Groß- und Außenhandel (.18 Prozent), Güterverkehr (-26) und Seeschifffahrt (-20 Prozent bundesweit) hinnehmen.
Dazu erklärt Elke Badde, arbeitsmarktpolitische Sprecherin: „Bei diesen Zahlen sind Zweifel angebracht, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise keine Auswirkungen auf die Anzahl der bereitgestellten Lehrstellen hat. Die Erklärung ausschließlich bei den angeblich schlechten Hamburger Schülern zu suchen, sehe ich mit Vorsicht.“
Angesichts dieser kritischen Entwicklung sieht die SPD-Fraktion das nächste Jahr mit dem doppelten Abiturjahrgang mit großer Sorge. Die Schulexpertin Ernst fordert: „Alle Beteiligte müssen erhebliche Anstrengungen unternehmen, um den Schulabgängern im Jahr 2010 eine Perspektive anzubieten.

Antrag der SPD-Fraktion: Erhalt der Lehrschwimmbecken

Der Erhalt der Hamburger Lehrschwimmbecken ist für eine wohnortnahe Möglichkeit der Wassergewöhnung unterschiedlicher Zielgruppen sowie für den Gesundheitssport unerlässlich. Nach jahrelanger Ungewissheit stehen nun durch das Bundeskonjunkturprogramm II Mittel zum Erhalt der Lehrschwimmbecken bereit. Nach Auskunft des Senats, liegt der Sanierungsbedarf aller acht Hamburger Lehrschwimmbecken bei 2,6 Mio. Euro.
Die Kostenberechnung des Hamburger Sportbundes geht zum jetzigen Zeitpunkt von einem Sanierungsbedarf von rd. 3,35 Mio. Euro aus. Es ergäbe sich somit eine Differenz für den notwendigen Gesamtsanierungsbedarf in Höhe von rd. 750.000 Euro für 2008 bis 2009.Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, dass der Senat im Zusammenwirken mit den Trägern eine tragfähige Lösung zum Erhalt der Lehrschwimmbecken entwickelt, um eine wohnortnahe Wassergewöhnungsmöglichkeit uneingeschränkt abzusichern.

Daher fordert die SPD-Fraktion den Senat auf, sich für den Erhalt der Hamburger Lehrschwimmbecken einzusetzen, indem er

  • zusammen mit den Trägervereinen eine transparente und langfristig tragfähige Lösung für den Erhalt der Hamburger Lehrschwimmbecken entwickelt und
  • den Trägervereinen finanzielle Sicherheit durch vertragliche Vereinbarungen garantiert.

Lehrermangel: Schulbehörde bildet nicht einmal zwei Drittel des Bedarfs aus

Rabe: Negative langfristige Folgen für Unterrichtsqualität nicht abzusehen.Die zum 1. November 2009 von der Schulbehörde eingestellten 279 Referendare für das Lehramt an den Hamburger Schulen reichen nicht aus, um den Lehrerbedarf an den Hamburger Schulen zu decken. Darauf hat jetzt der schulpolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion Ties Rabe hingewiesen. Rabe: „Seit Jahren bildet die Schulbehörde deutlich weniger Lehrer aus, als an den Hamburger Schulen pensioniert werden. Dieser Mangel verstärkt sich von Jahr zu Jahr.“

Stopp des Projekts “Verlässliche Betreuung an der Primarschule”

Das Projekt “verlässliche Betreuung an Primarschulen” ist gekippt.

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat die Entscheidung des Senats kritisiert, die erst im Mai angekündigte Ausweitung der Nachmittagsbetreuung an Primarschulen wieder zu streichen. Das ambitionierte Projekt habe bei seiner Vorstellung zu Recht großes Lob bekommen. „Was der Senat zuerst auch selbst laut bejubelte, hat er jetzt still und leise einkassiert“, kritisierte SPD-Schulexperte Ties Rabe am Mittwoch.

Rabe sprach von einem „nicht nachvollziehbaren Zickzackkurs“. Vor einem halben Jahr habe Schulsenatorin Goetsch den Eltern doppelt so viele Hortplätze versprochen wie bisher. „Jetzt wird das Ganze ausgerechnet mit Hinweis auf nötige Einsparungen beerdigt – obwohl der Senat stets behauptet hat, das Projekt sei kostenneutral umzusetzen. Das passt nicht zusammen. Diejenigen werden sich jetzt bestätigt fühlen, die das Versprechen zusätzlicher Hortplätze allein als Schachzug gesehen haben, Kritik an der Primarschule abzumildern.”Die Kita-Expertin Carola Veit sagte: “Die Schulbehörde hat der Öffentlichkeit doppelt so viele Hortplätze versprochen, will dafür aber keine zusätzlichen Erzieher und auch keine zusätzlichen Räume zur Verfügung stellen. Stattdessen setzte man auf größere Gruppen und schlechtere Betreuung. Eltern und Kita-Träger waren darüber zu Recht entrüstet. Angesichts des zunehmenden Widerstands und der unabsehbaren Probleme rund um die Primarschule fühlten sich Behörde und Schulen mit diesem kniffligen Vorhaben jetzt wohl überfordert”.

Wie erfolgreich ist das Sprachförderkonzept des Senats?

Bei der Viereinhalbjährigen-Untersuchung wurde im Schuljahr 2007/2008 bei insgesamt 28,8 Prozent der untersuchten Kinder ein Sprachförderbedarf festgestellt; davon haben 11,5 Prozent einen ausgeprägten Sprachförderbedarf. Umso wichtiger ist es, dass das Sprachförderkonzept des Senats auch erfolgreich ist. In einer Großen Anfrage geht die SPD-Fraktion Hinweisen nach, dass nicht alle Förderstunden bei den Kindern ankommen, dass bereits geförderte Kinder nach einem gewissen Zeitraum nach Abschluss der Förderung erneut gefördert werden müssen und dass Schulen mit einer höheren sozialen Belastung die niedrigsten Erfolgsquoten erzielen.


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