Aktuelle Nachrichten

Newsletter Schule April 2009

Das neue Schulgesetz befindet sich derzeit in der Vorberatung. Im Kern handelt es sich um die gesetzliche Umsetzung des bereits bekannten Rahmenplans mit aus unserer Sicht zum Teil sehr vernünftigen, zum Teil sehr “visionären” – und zum Teil auch unsinnigen – Ideen.


02.04.2009 Bildung, Schule

In einem Punkt enthält das neue Schulgesetz aber eine Sensation: Die Schulbehörde weicht erheblich von den bisher bekannt gegebenen Mindestgrößen für Schulen ab. Konkret ist ganz am Ende des Schulgesetzes geregelt, dass

  • Primarschulen zweizügig sein sollen (bisher wurde energisch auf Dreizügigkeit beharrt!!)
  • Gymnasien und Stadtteilschulen dreizügig sein müssen. Bisher wurde eine Zügigkeit für Gymnasien nicht vorgeschrieben.

Das bedeutet für die Primarschule:
Viele kleine Grundschulen sind als eigenständige Schulen zunächst einmal in ihrer Existenz gesichert. Von 199 Hamburger Grundschulen haben 107 Schulen in der jetzigen 4. Klasse nämlich nur 2 Parallelklassen und wären insofern nach der alten Planung gefährdet gewesen. Diese Veränderung ist gut.

Aber diese kleinen Grundschulen können natürlich nicht das Profilangebot der bisherigen weiterführenden Schulen und insbesondere deren Fremdsprachen-Angebot vorhalten. Sie werden sich “spezialisieren” müssen. Genau vor dieser Entwicklung haben aber selbst wohlmeinende Kräfte (z.B. die Lehrerkammer, Landesschulbeirat, Elternkammer) immer energisch gewarnt. Wenn die Primarschulen sich unterschiedlich entwickeln, wird langfristig Hamburgs Elternschaft schon vor der Einschulung ihrer Kinder mit der Wahl der Primarschule den späteren Bildungsweg festlegen.

Es ist gut, dass die meisten Grundschulen erhalten bleiben. Aber kleine Primarschulen können nicht alle Fächer anbieten, sondern müssen sich spezialisieren. Der Preis dafür ist die Zersplitterung der einheitlichen Grundschulen in viele unterschiedliche Primarschulen. Der Geist des gemeinsamen Lernens wird durch diese Reform langfristig gefährdet.

Das bedeutet für das Gymnasium:
Die vorgeschriebene Dreizügigkeit werden 20 Schulen auf Dauer kaum schaffen. 20% der Gymnasiasten haben zurzeit keine Gymnasialempfehlung. Gerade in weniger wohlhabenden Stadtteilen ist dieser Prozentsatz meist erheblich höher. Dreizügige Gymnasien dort müssen mit Schülerschwund von 20% bis 50% rechnen, wenn das Elternwahlrecht abgeschafft wird. Dieser Eckpfeiler wird dazu führen, dass in benachteiligten Stadtteilen das Sterben der Gymnasien beginnt.

Damit wird das Sterben der Gymnasien in den weniger wohlhabenden Stadtteilen eingeleitet. Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit sehen anders aus.


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