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SPD fordert: Lehrschwimmbecken statt Leerschwimmbecken

Im Streit um die Zukunft der Hamburger Lehrschwimmbecken hat die SPD-Bürgerschaftsfraktion dem Senat unverantwortliches Taktieren vorgeworfen. 2005 hatte der CDU-Senat beschlossen, die Lehrschwimmbecken zu schließen.


17.12.2008 Schule, Bildung

Vereine und Initiativen hatten sich darauf hin zunächst erfolgreich bemüht, den Betrieb auch ohne Behördengelder fortzuführen. Dieses Engagement droht jetzt aufgrund finanzieller Belastungen – etwa durch Kosten für Energie – zu scheitern.

Der Senat habe den Trägern Investitionsruinen übergeben. Es sei politisch dilletantisch, die Vereine jetzt mit ihren Problemen alleine zu lassen. Das Handeln des Senats brüskiere Vereine und Organisationen, die Kinder und Jungendlichen das Schwimmen beibringen wollen.

Die GHR-Schule Steinadlerweg in Horn hat ein Lehrschwimmbecken. Das Gebäude wurde 2005 für viel Geld saniert. Die Technik ist allerdings veraltet und muss erneuert werden. Bis Juli 2008 wurde das Lehrschwimmbecken nicht nur von Grundschülern der Schule Steinadlerweg genutzt, sondern auch von vier umliegenden Schulen. Auch Vereine nutzen das Becken. Nun wurde, auf Veranlassung der Schulbehörde, das Lehrschwimmbecken im August 2008 geschlossen. Das Wasser wurde abgelassen. Die Schule muss das Gebäude allerdings noch weiter beheizen, damit keine Schäden entstehen. Die Grundschulkinder werden mit Bussen (kostenpflichtig für die Eltern!) in das Archenholzbad nach Billstedt gebracht. Damit geht wichtige Unterrichtszeit verloren. Bis zum heutigen Tag ist ungewiss, was mit dem Lehrschwimmbecken weiter passiert.

Wie wichtig frühes Schwimmen lernen ist, zeigten jedes Jahr die Bilanzen der Rettungsdienste. Experten und vor allem die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft gingen davon aus, dass mangelnde Schwimm-Erfahrung und Überschätzung Hauptgründe für Todesfälle durch Ertrinken sind.

Der Senat ignoriere Fakten, die sein Handeln fragwürdig erscheinen lassen. So sei die Auslastung der Lehrschwimmbecken wie in der Vergangenheit konstant gut. Der Senat hat in den Überlassungsverträge festgelegt, dass die jeweiligen Betreiber die Bewirtschaftungs- und Bauunterhaltungskosten zu tragen haben. Der Senat gestehe jedoch ein, dass ein erheblicher Sanierungsstau zwischen 400.000 und 800.000 Euro je Lehrschwimmbecken besteht. Hinzu kämen jetzt Nachzahlungen für Energieversorgung. Die Kalkulation der Träger erfolgte auf Datengrundlage der Behörde. Wenn es jetzt zu Nachforderungen kommt, stellt sich die Frage, ob in der Behörde richtig gerechnet und kalkuliert worden ist. Selbst finanziell gut dastehende Vereine tun sich schwer, eine solche Nachzahlung zu stemmen.

Die SPD fordert den Senat auf, ein zukunftsfähiges und tragendes Konzept für den Erhalt der Lehrschwimmbecken vorzulegen. Schaffen Sie Planungssicherheit für die betroffenen Vereine. Und sorgen Sie dafür, das aus den Lehrschwimmbecken keine Leerschwimmbecken werden!


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