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Gartenstadt Öjendorf

Eine grüne Oase in der florierenden Stadt


24.09.2016 Bezirk, Billstedt

Der Stadtplanungsausschuss hat in seiner Oktober-Sitzung einen Antrag der SPD-Fraktion einstimmig bei Enthaltung der Linken zur Gartenstadt Öjendorf zugestimmt. Die Gartenstadt Öjendorf ist bereits seit einigen Jahren eine Idee für den Hamburger Osten. Im Rahmen des Senatsprogramms „Stromaufwärts an Elbe und Bille“ wurde diese Idee als hochwertige Einfamilienhaussiedlung verstetigt. Grünflächen und Gärten sollen die prägenden Elemente des Quartiers werden. Eine Oase im Grünen mitten in der Stadt entsteht auf diese Weise unweit des Öjendorfer Parks.

Die Gartenstadtbewegung stammt ursprünglich aus England. Im 19. Jahrhundert wurde sie von Ebenzer Howard als eine Reaktion auf die ungesunden Lebensverhältnisse innerhalb der Städte zu Zeiten der Industrialisierung entwickelt. Extremer Druck auf die Städte, sehr hohe und weiter steigende Bodenpreise und ein oftmals unkontrolliertes Wachsen von Stadtteilen und Quartieren führten zu der Idee einer neuen, geordneten Stadtentwicklung. Insbesondere die Entflechtung von Wohnen und Arbeiten stand hierbei im Vordergrund. Erholung und gesunde Lebensverhältnisse sind zentrale Anliegen der Gartenstädte nach Howard. Die Trennung der verschiedenen Nutzungen spielte für Howard eine übergeordnete Rolle.

Schon damals wurden nur wenige Gartenstädte nach Howards Idealvorstellungen gebaut. Heutzutage muss in einigen Punkten weiter davon abgerückt werden. Viele der ursprünglich vorgesehenen Kriterien, wie z.B. die charakteristische, konzentrische Anordnung sind nicht zwingend und auch die strikte Trennung von Arbeit und Leben scheint unter dem Gesichtspunkt der ökologischen Nachhaltigkeit überholt. Andere Kriterien hingegen sind auch noch heute aktuell und bedürfen einer Lösung. So besteht eine hohe Nachfrage für Wohnungen in den innerstädtischen Stadtteilen, gleichzeitig jedoch besteht der Wunsch vieler Menschen im Grünen zu wohnen. Häufig wird der Begriff Gartenstadt heutzutage für vornehmlich grüne Siedlungen mit zumeist geringerer Dichte verwendet. Dies macht eine Gartenstadt des 21. Jahrhunderts aber nur in Teilen aus.

Die wichtigsten Aspekte müssen selbstverständlich in der Gartenstadt Öjendorf zu finden sein. Grünflächen müssen ein zentrales Element der Gartenstadt werden. Allein schon, um den Charakter der Umgebung zu erhalten. Grünflächen müssen qualitativ hochwertig entwickelt werden.

Zielgruppe der Gartenstadt sind vor allem Familien. Da immer noch viele Familien aus der Stadt ins Umland ziehen, ist es wichtig Anreize für einen Verbleib in der Stadt zu schaffen. Ebenso soll Mehrgenerationenwohnen in der Gartenstadt etabliert werden. Eine so strikte Trennung von Wohnen und Arbeiten, wie von Ebenezer Howard ursprünglich vorgesehen ist ein der Gartenstadt Öjendorf nicht mehr geplant. Beispielsweise ist es ein Ziel einen Co-Working-Space zu schaffen.

Das Quartier muss selbstverständlich an das Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs angeschlossen werden. Das Auto soll kein prägendes Element des Quartiers werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen vor allem auch Sharing-Angebote vorfinden. Außerdem soll es verkehrsberuhigte Bereiche geben, damit die Kinder möglichst gefahrenlos die Freiflächen nutzen können.

Um ein gutes Quartier zu erbauen ist eine umfängliche Beteiligung wichtig. Es ist wichtig, dass die einzelnen Begriffe klar definiert werden und eine umfangreiche und transparente Beteiligung stattfindet. Vor allem interessierte zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner müssen bei der Beteiligung angesprochen werden.

Tobias Piekatz (31), stadtplanungspolitischer Sprecher unserer Fraktion: „Wir haben mit dem Antrag einen Rahmen für die Gartenstadt geschaffen. Nun müssen wir sehen, dass wir am Ende ein Quartier haben, das den Anforderungen der Bewohner entspricht. Ich bin sehr zuversichtlich und freue mich auf den Prozess“


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