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Georgswerder: Schließung Schule Rahmwerder Straße

Die Entscheidung ist noch nicht gefallen! Eine der kleinsten Schulen Hamburgs steht vor dem Aus: die Schule Rahmwerder Straße in Georgswerder.


17.11.2008 Große Anfrage, Schule

Das hat der Schulaufsichtsbeamter Burghard Ahnfeldt auf einer Elternversammlung in der Schule vor rund 100 Vätern und Müttern mitgeteilt. Die einzügige Schule, die Zweigstelle der Schule Buddestraße (jetzt Elbinselschule) ist, wird zu einem großen Teil von Sinti-Kindern besucht. Nun ruderte die Schulbehörde zurück. "Bis zur endgültigen Entscheidung der Behörde über die künftigen Schulstandorte wird keine Schule geschlossen", sagte Behördensprecherin Annegret Witt-Barthel. Im Rahmen der "Konzeptentwicklung" der Elbinselschule müssten Raumfragen geklärt werden. Dabei sei es auch um die Schule Rahmwerder Straße gegangen. "Verabredet wurde, dass eine Arbeitsgruppe aller Beteiligten Vorschläge entwickelt", sagte WittBarthel. Der Behörde sei wichtig, dass eine "wohnortnahe Beschulung" für die Georgswerder Kinder sichergestellt werde.
Am Samstag, den 15.11.08 haben sich nun viele Eltern und Schüler vor ihrer Schule versammelt um für ihren Erhalt zu kämpfen.

Hier meine große Anfrage, die ich in der nächsten Bezirksversammlung Sitzung am 20.11.08 einbringen werde.

Die Schule Rahmwerder Straße ist seit 1989 Zweigstelle der Schule Buddestraße und seit 2007 Zweigstelle der Elbinselschule. Sie liegt im Stadtteil Georgswerder und ist von der Hauptstelle ca. 4 km entfernt. Auch andere Schulen z.B. die Schule Slomanstieg auf der Veddel sind nur schwer zu erreichen.

Zum Einzugsgebiet der Schule Rahmwerder Straße gehört eine Sintisiedlung, in der ca. 50 Sintifamilien leben. Schon immer hatte die Schule für alle Bewohner des Stadtteils eine besondere Bedeutung als kommunikative und integrative Einrichtung. Der einzügige Standort galt stets als gesichert, weil es den Lehrern durch die enge Zusammenarbeit mit den Vertretern der Sinti-Familien gelang, den Kindern einen niedrigschwelligen Schulbesuch zu ermöglichen und somit auch ihr Recht auf Schulbildung zu gewährleisten, da es in vielen Sinti-Familien Vorbehalte gegen den Besuch der Kinder an regulären Schulen gibt. Im Zuge des Sanierungsprogramms "Modell Hamburg-Süd" ist für die Jahre 2008 bis 2010 auch die Sanierung dieser Zweigstelle vorgesehen. Dafür wurden 4 Mio. Euro bereitgestellt. Die Renovierungsarbeiten sollten bereits nach den Sommerferien 2008 beginnen.

Nun gibt es jedoch die Ankündigung der Behörde für Schule und Berufsbildung, diese Zweigstelle zu schließen und auf die vertraglich vereinbarte Grundsanierung bzw. Neubau zu verzichten. Die Kinder aus Georgswerder sollen dann die Elbinselschule in der Buddestraße besuchen.

Ich frage in diesem Zusammenhang die Behörde:

  1. Am 27.10.08 verkündigt Herr Vieloh vor der Schulleitung und den Lehrern, dass die Schule geschlossen wird. Diese Aussage wurde von Herrn Ahnfeldt am 10.11.08 in einer Vollversammlung mit Eltern wiederholt. Im Anschreiben an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Regionalen Schulentwicklungskonferenzen (RSK) schreibt Schulsenatorin Goetsch:"...In diese Planung möchten wir Sie und Ihre Kenntnisse ganz bewusst einbeziehen. Mit Ihrem Wissen und Ihrem Engagement können Sie den Planungsprozess entscheidend bereichern und dazu beitragen, für die Kinder und Jugendlichen in Ihrer Region ein zukunftsweisendes Bildungsangebot zu gestalten." Weshalb hat die zuständige Behörde nicht eine Stellungnahme der RSK 3 (Wilhelmsburg) zur Schulentwicklung der Elbinsel eingeholt, sondern stellt diese jetzt vor vollendete Tatsachen?
  2. Hat es überhaupt noch Sinn, in den regionalen Schulentwicklungskonferenzen mitzuarbeiten, wenn die zukünftigen Schulstandorte schon feststehen?
  3. Zu welchem Datum soll der Schulstandort Rahmwerder Straße geschlossen werden?
  4. Die Schule wird zurzeit von 78 Kindern besucht. Sie hat 4 Klassen, die von 5 Lehrern betreut werden. In den jahrgangsübergreifenden Klassen 0/1/2 unterrichten 2 Lehrer und eine Sozialpädagogin zum Teil in Doppelbesetzung. Die Klassen 3 und 4 werden von je einer Lehrkraft unterrichtet. Zusätzlich werden 11 Stunden von Lehrern der Elbinselschule bestritten, da die jungen Lehrer nur mit 75% unterrichten dürfen. 1/3 der Schülerschaft sind Kinder aus der Sintisiedlung, aber auch andere Familien in Wilhelmsburg schicken ihre Kinder gerne in die Schule Rahmwerder Straße, da sie die Überschaubarkeit und den familiären Charakter der Schule schätzen. Ein weiteres Drittel der Schüler kommt aus der Kirchdorfer Eigenheimsiedlung. Wie will die BSB sicherstellen, dass die Schüler an einem anderen Schulstandort genauso gut gefördert werden?
  5. Was passiert mit dem Sintisozialarbeiter, der sein Büro im Schulgebäude hat?
  6. Die Schule bietet 3x die Woche (Di, Mi, Do) offenen Ganztagsunterricht an. Acht Neigungskurse darunter Englisch, Kunst und Sport stehen zur Wahl. Es gibt Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung. Ist dies an einem anderen Schulstandort auch sichergestellt?
  7. Die Schule Rahmwerder Straße verfügt über ein großes Freigelände mit einem Spielplatz. Dieser wird von Kindern aus der Umgebung auch am Nachmittag genutzt. Wo wird es dafür einen Ersatzspielplatz geben?
  8. Wie viele Kinder im Einzugsgebiet der Rahmwerder Straße werden im kommenden Schuljahr schulpflichtig?
  9. Wo werden die Sprachstandsuntersuchung der 4 ½ jährigen und die Anmeldungen für Vorschule und Klasse 1 aus Georgswerder stattfinden, wenn die Schule Rahmwerder Straße geschlossen wird?
  10. Was soll mit dem Gelände und den Gebäuden des Schulstandortes geschehen?
  11. Wie sieht die bisherige Nutzung der Schulturnhalle aus? In welcher Form wird die Turnhalle nach der Schulschließung genutzt werden können?

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