Newsletter Schule September 2009
Veröffentlich am 26. September 2009
Keine besonderen Unterrichtsangebote nach Klasse 3 in der Primarschule
Die Schulbehörde will die von der CDU geforderte Möglichkeit eines Schulwechsels nach Klasse 3 an eine andere Primarschule nur in Ausnahmen zulassen. Das geht aus einer Kleinen Anfrage des Schulexperten der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Ties Rabe, hervor.
Rabe: „Schulsenatorin Goetsch hat die CDU ausgekontert. Ihre Entscheidung ist im Prinzip richtig. Zwei Schulwechsel in der Schullaufbahn hätten die Probleme verdoppelt. Wer Schulwechsel in der Primarschulzeit vermeiden will, muss allerdings auch in jeder Primarschule ein hochwertiges Unterrichtsangebot sicherstellen. Die bisherige Planung sieht anders aus. Bestimmte hochwertige Unterrichtsangebote (so genannte Profilangebote) der Klassen 5 und 6, wie sie zurzeit die Gesamtschulen und Gymnasien bieten, sollen nur von wenigen Primarschulen fortgesetzt werden. Profilangebote sind beispielsweise Zusatzunterricht in Musik, Sport, humanistischen Fächern und Fremdsprachen wie Latein. Hier muss die Senatorin endlich einen Vorschlag zur Zukunft der Profilangebote präsentieren.“
Schulausschuss: Heftige Kritik der Eltern gegen die Primarschule
Bei einer öffentlichen Anhörung vor dem Schulausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft wurde die geplante Schulreform des schwarz-grünen Senats heftig kritisiert. Hauptkritikpunkte waren die ungeklärte Finanzierung und die Abschaffung des Elternwahlrechts. Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Eltern bezeichnete die Änderung der Schulstruktur als unnütz und kontraproduktiv. Bei der dreistündigen öffentlichen Anhörung meldeten sich rund 50 der ca. 150 Anwesenden zu Wort.
Baukosten: Bei der Primarschulreform droht die nächste Kostenexplosion
Die Baumaßnahmen für die Primarschulreform werden erheblich teurer als von der CDU-GAL-Koalition behauptet. Das geht aus den Antworten des Senats auf Kleine Anfragen der SPD-Bürgerschaftsfraktion hervor. Der SPD-Schulexperte Ties Rabe: „Der Senat rechnet die Kosten schön“. So habe die Schulbehörde für Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der Schulreform rund 190 Millionen Euro einkalkuliert. Rabe: „Realistisch sind doppelt so hohe Kosten.“ Selbst höhere Summen seien nicht ausgeschlossen: Bei zahlreichen öffentlichen Bauten und diversen Schulrenovierungen seien dem Senat in der jüngsten Vergangenheit die Kosten aus dem Ruder gelaufen. „Jetzt droht Hamburg eine weitere Kostenexplosion – bei der Umsetzung der Primarschule“, sagte Rabe. Er appellierte an den Senat, vor einer Entscheidung über die Primarschule Klarheit über den Kostenrahmen zu schaffen. „Die Schulbehörde könnte das. Ich glaube aber, sie will die Öffentlichkeit über die zu erwartenden Kosten nicht informieren“, sagte Rabe.
Schulstandortplanung: Nicht ohne Beteiligung der Bürgerschaft
Die Schulentwicklungsplanung für die Primarschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien in Hamburg ist weit vorangeschritten. 22 Schulentwicklungskonferenzen tagten 7 Monate und gaben Schulstandortempfehlungen ab. Die Schulbehörde hat im Juli 2009 den Entwurf für einen Schulentwicklungsplan 2010 – 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt und die Deputation der Schulbehörde hat einen Sonderausschuss gegründet, der sich mit der Standortplanung der Schulen beschäftigt.
Die SPD fordert in einem Antrag, die Bürgerschaft mit diesem Thema zu befassen. Dies ist bisher nicht geschehen, obwohl die Schulentwicklungsplanung eine wesentliche Grundlage der vom Senat geplanten Schulstrukturreform ist.
Doppelter Abiturjahrgang: Zahlen dramatischer als erwartet
Mit dem doppelten Abiturjahrgang im Sommer 2010 werden vermutlich weit mehr Schülerinnen und Schüler Hamburgs Schulen verlassen, als bislang vom Senat angenommen. Der SPD-Bildungsexperte Ties Rabe: „Laut Auskunft der Schulbehörde haben im Jahr 2008 insgesamt 7464 Schülerinnen und Schüler in Hamburg Abitur gemacht. Vor den Sommerferien 2009 steuerten 15.125 Hamburger Schülerinnen und Schüler auf das Abitur zu. Wenn man die zu erwartenden Schulabbrecher und Wiederholer von dieser Zahl abzieht, werden über 14.000 Schülerinnen und Schüler im Sommer 2010 das Abitur ablegen. Das sind über 6000 mehr als im letzten Jahr und knapp 2000 mehr als vom Senat geschätzt“, sagte Rabe. Er warf dem Senat vor, die Entwicklung monatelang verschlafen zu haben. „Der Boom durch den doppelten Abitur-Jahrgang wird viele junge Leute in Warteschleifen zwingen. Denn der Senat weigert sich, zusätzliche Studien- und Ausbildungsplätze für Hamburgs Abiturienten zu schaffen.“
Newsletter Schule Juli 2009
Veröffentlich am 5. Juli 2009
Unseriöse Personalpolitik in der Lehrerausbildung
In der vergangenen Woche hat Prof. Klemm ein Gutachten vorgestellt, das er im Auftrag der GEW erstellt hatte. Er kommt darin zu dem Ergebnis, dass in Hamburg bis zum Schuljahr 2015/2016 fast 7.000 Lehrerstellen neu besetzt werden müssen. Dies bedeute Neueinstellungen von 900 Nachwuchslehrern pro Jahr. Dem stünden jedoch nur 674 Lehramtsabsolventinnen und -absolventen in Hamburg gegenüber. Bisher hätte Hamburg genügend Bewerberinnen und Bewerber von außerhalb gehabt. Ob dies aber so bleibe, sei im Hinblick des zukünftigen Lehrermangels mehr als fraglich, da sich dieser in allen Bundesländern abzeichnet. Angesichts dieses Umstands hat der schulpolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion den Senat aufgefordert, mehr Lehrer auszubilden und die Ausbildung zu verbessern. Ties Rabe: “Hamburg vernachlässigt die Lehrerausbildung. Es gibt zu wenig Studienplätze, zu wenig Referendariatsplätze – und eine Ausbildung, die modernen Unterricht nicht angemessen berücksichtigt.”
Konstruktive Ansätze beim Bildungsstreik - SPD trägt wesentliche Forderungen mit: Gegen Büchergeld und Uni-Gebühren, für demokratische Mitspracherechte in den Hochschulen Letzte Woche hat die bundesweite Aktionswoche stattgefunden, die unter dem Motto „Bildungsstreik 2009“ stattfand. Höhepunkt der Aktionen in Hamburg war eine Demonstration mit ca. 11.000 Teilnehmern, die vom Uni-Campus bis zum Rathausmarkt zog. Die beiden SPD-Fachsprecher für Bildungs- und Hochschulpolitik, Ties Rabe und Dorothee Stapelfeldt, haben Unterstützung signalisiert. Beide betonten, die SPD trage einen erheblichen Teil der Forderungen des Bildungsstreiks mit. So trete die SPD etwa seit Jahren für die Abschaffung von Büchergeld und Studiengebühren ein, fordere besseren Schulunterricht und sinnvolle Reformen auch zur Zusammenführung des zersplitterten Schulsystems.
Newsletter Schule Juni 2009
Veröffentlich am 17. Juni 2009
Zoff in der Koalition – CDU will Elitegymnasien schützen
Für erheblichen Unfrieden innerhalb der schwarz-grünen Koalition hat Markus Weinberg, CDU-Bildungspolitiker und Bundestagsabgeordneter, mit einem Brief an Bürgermeister Ole von Beust gesorgt. Darin hat er eine Ausnahmeregelung für drei Hamburger Elitegymnasien gefordert: Für das Christianeum, das Johanneum und das Albert-Schweitzer-Gymnasium. An diesen Gymnasien sollen schon von Klasse vier an jeweils drei Züge eingerichtet werden, in denen das jeweilige Profil der Schulen angeboten wird. Laut Medienberichten hat die Schulsenatorin Goetsch diesen Vorstoß abgelehnt. Auch Ties Rabe reagiert skeptisch auf Weinbergs Vorschlag: „Die Wahl einer Primarschule darf nicht zur Vorentscheidung über die weiterführende Schule werden. Wir sind daher gegen die Verzahnung von Primarschulen mit Gymnasien.“ Außerdem sei es hochgradig ungerecht, Ausnahmen für drei Schulen zuzulassen, während viele weiterführende Schulen durch die Primarschulen ihr bisher erfolgreiches Profil verlieren würden.
Regionale Schulentwicklungskonferenzen: Behörde verhindert besseres Ergebnis
SPD-Bildungsfachmann Ties Rabe hat die Schulbehörde für bescheidene Ergebnisse der Regionalen Schulentwicklungskonferenzen (RSK) verantwortlich gemacht: “Die Konferenzen haben Hoffnungen geweckt und hätten ein guter Anfang für Verbesserungen im Schulsystem sein können. Leider hat die Behörde Gespräche über bessere Bildung und besseren Unterricht weitgehend unterbunden. Stattdessen mussten monatelang Raum- und Organisationsprobleme erörtert werden. Unklare Zielvorgaben und behördlich verordnete Denkverbote haben ein besseres Ergebnis verhindert”, sagte Rabe.
Jedes fünfte Gymnasium in Gefahr
Die SPD befürchtet, dass jedes fünfte Gymnasium in der Hansestadt die geplante Schulreform langfristig nicht überleben wird. Gerade kleinere Schulen und Gymnasien in sozial belasteten Stadtteilen seien mangels ausreichender Schülerzahlen in ihrem Bestand gefährdet, befürchtet der SPD-Bildungsexperte Ties Rabe. Konkret sieht er die Gymnasien Hamm und Lerchenfeld, Finkenwerder, Farmsen und Allermöhe sowie das Kurt-Körber-Gymnasium, das Lise-Meitner-Gymnasium und das Margaretha-Rothe-Gymnasium in ihrer Existenz bedroht.
Verantwortlich dafür ist Rabes Ansicht nach die Abschaffung des Elternwahlrechts. Denn gut 20 Prozent der Schüler, die zum Sommer für die fünften Klassen der Gymnasien angemeldet sind, haben keine Gymnasialempfehlung. Nach der Reform dürften sie demnach nicht mehr auf ein Gymnasium wechseln. Dieser Effekt werde ungenügend berücksichtigt, so Rabe. In den künftigen siebten Klassen werde es nach Inkrafttreten der Schulreform also anstatt der zu erwartenden 6379 Schüler nur noch 5340 Schüler geben – die Behörde rechne aber mit 5827 Schülern. Laut Schulgesetz müssen Gymnasien mindestens dreizügig sein, also 75 bis 78 Schüler pro Jahrgang führen, sonst droht die Schließung.
Gute Bildung für Europa
Veröffentlich am 26. Mai 2009

Ein Europa der Zukunft muss auch ein Europa der Jugend sein! Daher liegt uns die Jugendförderung besonders am Herzen, vor allem im Bereich der Bildung und der beruflichen Weiterbildung. Bildung zählt zu den Schlüsselressourcen für qualitatives Wachstum und Innovation, für gesellschaftliche Teilhabe und gleiche Aufstiegschancen im vereinten Europa.
Für uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist dabei klar: Frühkindliche Erziehung, schulische und universitäre Bildung sowie berufliche Aus- und Weiterbildung dürfen nicht nur einer kleinen Minderheit vorbehalten sein. Bildung muss allen Menschen in der Gesellschaft offen stehen und in einen Prozess des lebenslangen Lernens einmünden. Wir fordern ein europäisches Recht auf Weiterbildung, das für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unabhängig von ihrem Qualifikationsniveau und von der Art ihres Arbeitsvertrages zu gelten hat.
Jugendliche sind in den meisten EU-Ländern noch immer überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen. Wir wollen daher die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit zu einem zentralen Ziel und gemeinsamen Schwerpunkt europäischer Politik machen.
Zugleich wollen wir, dass deutlich mehr junge Menschen an den Chancen teilhaben können, die das Zusammenwachsen Europas bietet. Das soziale Europa muss spürbar werden.
• Wir setzen uns dafür ein, dass die Möglichkeiten für Jugendliche verbessert werden, durch Austauschprogramme oder Jugendbegegnungen den Alltag in einem anderen europäischen Land kennen zu lernen.
• Besonders im nicht-universitären Umfeld müssen junge Menschen besser über die Möglichkeiten der europäischen Bildungsprogramme informiert werden.
• An den beruflichen Schulen muss die Bildungsberatung zu den EU-Programmen des Lebenslangen Lernens gefördert werden.
Die aktuelle Bildungsdebatte zeigt uns, dass Bildung das höchste Gut für die junge Generation ist und besonders gefördert werden muss. Dafür werde ich mich im Europäischen Parlament einsetzen. Daher bitte ich Sie am 7. Juni um Ihre Unterstützung.
Ihr Knut Fleckenstein.
Europawahl am 7. Juni: Liste 2 SPD wählen.
Einladung zum Themenabend: Schulreform in Billstedt
Veröffentlich am 20. Mai 2009
Ein wichtiges Thema, das die Hamburgerinnen und Hamburger derzeit sehr beschäftigt, ist die aktuelle Schulreform des Senates. Gemeinsam mit Philipp-Sebastian-Kühn möchte ich Sie einladen zum Themenabend Schulpolitik in Billstedt. Wir informieren Sie über die Ergebnisse der regionalen Schulkonferenz und über die möglichen zukünftigen Schulstandorte der Primar- und Stadtteilschulen in Billstedt, Horn und Mümmelmannsberg.
Dienstag, 26. Mai 2009 Beginn: 18 Uhr
Wahlkreisbüro SPD Steinbeker Marktstr, 87
Newsletter Schule Mai 2009
Veröffentlich am 5. Mai 2009
Raumbedarf für Primarschule: 2.200 neue Räume
In der Bürgerschaftsdebatte um die Primarschule warnte der Bürgerschaftsabgeordnete Ties Rabe vor Raumproblemen. Hamburgs Eltern seien in Sorge, dass es zu einer Verlagerung von Horten weg von den Schulen käme. Er rechnete vor, dass mindestens 2.200 neue Räume für die 5. und 6. Klassen an den Primarschulen, für Vorschulen und die Verkleinerung der Klassen benötigt werden. Im Haushalt stünden zu wenig Gelder bereit, um diesen Bedarf zu decken. Es drohe eine Verschlechterung der Kooperation von Kitas, Schulen und Horten.
Jede/r fünfte Hamburger Gymnasiast/in kommt ohne Empfehlung der Grundschule auf diese Schulform. Mit der Antwort des Senats auf eine Anfrage des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ties Rabe liegen erstmals Zahlen für den Übergang ohne Empfehlung auf das Gymnasium vor. Dabei zeigt sich: Gymnasien in sozialen Brennpunkten haben die höchsten Quoten nicht empfohlener Kinder mit bis zu 52 Prozent. In Stadtteilen wie Othmarschen und Blankenese ist die Quote dagegen besonders niedrig. Wenn Schüler ohne Gymnasial-Empfehlung künftig Gymnasien nicht mehr besuchen dürfen, werden 18 Gymnasien die Mindestgröße nicht mehr erreichen. Die gefährdeten Schulen liegen vor allem in weniger wohlhabenden Stadtteilen. Zurzeit leisten diese Schulen wichtige Arbeit, weil sie viele Schüler auch ohne Empfehlung zum Abitur führen. Rabe befürchtet, dass sich die soziale Spaltung der Stadt in Zukunft verstärken wird. Grund: Eltern können nach der geplanten Abschaffung des Elternwahlrechts ihre Kinder nicht ohne Empfehlung auf einem Gymnasium anmelden. Dies sei falsch, da die Empfehlung häufig Kinder aus sozial schwächeren Familien benachteilige. Weiterhin würden deshalb die Gymnasien in sozialen Brennpunkten gefährdet, da ihnen künftig rund 20% der Schülerinnen und Schüler fehlen werden.
SPD will Änderungen im Zentralen Schülerregister
Gezielte Suche nach Kindern ohne Aufenthaltstitel soll unterbleiben.Der SPD-Migrationsexperte Bülent Ciftlik hat vor dem Hintergrund der Auswirkungen des Zentralen Schülerregisters den Senat aufgefordert, endlich klare Verfahrensregeln aufzustellen, damit Schulleiter, Lehrer/innen und Schulbüros in dieser wichtigen Frage nicht allein gelassen würden. “Man bekommt mittlerweile den Eindruck, dass aber genau dies die Absicht des Senats ist”, sagte Ciftlik. Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat in diesem Zusammenhang einen Antrag in die Bürgerschaft eingereicht, durch den die gezielte Suche nach Kindern ohne legalen Aufenthaltsstatus über das zentrale Schülerregister unterbleiben soll. Bildung sei ein Menschenrecht, sie dürfe keinem Kind verwehrt werden.
Die Schulzweigstelle Rahmwerder Straße bleibt erhalten!
Veröffentlich am 6. April 2009
In der Rahmwerder Straße liegt seit über einhundert Jahren die einzige Schule im Ortsteil Georgswerder. Sie wird derzeit von etwa 80 Grundschulkindern besucht.
Die Schule liegt 4 Kilometer von der Elbinselschule entfernt, zu der sie organisatorisch gehört. Schon immer hatte die Schule für alle Bewohner des Stadtteils eine besondere Bedeutung als kommunikative und integrative Einrichtung. Der „Sprung über die Elbe“ darf auch an Georgswerder nicht vorbei gehen. Eine Aufwertung der Quartiers kann aber nur gelingen, wenn es mindestens für die Kleinsten auch Bildungseinrichtungen vor Ort gibt.
Der einzügige Standort galt stets auch deshalb als gesichert, weil es den Lehrern durch die enge Zusammenarbeit mit den Vertretern der in Georgswerder lebenden Sinti-Familien gelang, den Kindern einen niedrigschwelligen Schulbesuch zu ermöglichen und somit auch ihr Recht auf Schulbildung zu gewährleisten.
Der Senat hatte geplant, den Schulstandort Rahmwerder Straße vollständig aufzugeben und in der Elbinselschule zu intrigieren. Dies wurde den Lehrern und Eltern in einer Vollversammlung mitgeteilt.
Durch die Bemühungen der SPD Bezirksfraktion HH-Mitte gelang es nun, den Schulstandort zu retten. Am Freitag, den 3.4.09 fand eine Demo der Eltern und Schüler vor ihrer Schule statt. Sie überreichten Schulsenatorin Christa Goetsch die gesammelten Unterschriften für den Erhalt der Schule.
Am späten Abend wurde dann bekannt, dass der Schulstandort Rahmwerder Straße als Primarschule mit Hort für die Klassenstufen 0 – 3 erhalten bleibt. Ab Klasse 4 wechseln die Schüler und Schülerinnen dann zur Elbinselschule.
Die SPD lehnt eine Teilung der Primarschule ab. Wir freuen uns aber mit den Bewohnern des Stadtteils, dass unsere Bemühungen erfolgreich waren und die Schule erhalten bleibt.
Newsletter Schule April 2009
Veröffentlich am 2. April 2009
Das neue Schulgesetz befindet sich derzeit in der Vorberatung. Im Kern handelt es sich um die gesetzliche Umsetzung des bereits bekannten Rahmenplans mit aus unserer Sicht zum Teil sehr vernünftigen, zum Teil sehr “visionären” – und zum Teil auch unsinnigen – Ideen. In einem Punkt enthält das neue Schulgesetz aber eine Sensation: Die Schulbehörde weicht erheblich von den bisher bekannt gegebenen Mindestgrößen für Schulen ab. Konkret ist ganz am Ende des Schulgesetzes geregelt, dass
- Primarschulen zweizügig sein sollen (bisher wurde energisch auf Dreizügigkeit beharrt!!)
- Gymnasien und Stadtteilschulen dreizügig sein müssen. Bisher wurde eine Zügigkeit für Gymnasien nicht vorgeschrieben.
Das bedeutet für die Primarschule:
Viele kleine Grundschulen sind als eigenständige Schulen zunächst einmal in ihrer Existenz gesichert. Von 199 Hamburger Grundschulen haben 107 Schulen in der jetzigen 4. Klasse nämlich nur 2 Parallelklassen und wären insofern nach der alten Planung gefährdet gewesen. Diese Veränderung ist gut.
Aber diese kleinen Grundschulen können natürlich nicht das Profilangebot der bisherigen weiterführenden Schulen und insbesondere deren Fremdsprachen-Angebot vorhalten. Sie werden sich “spezialisieren” müssen. Genau vor dieser Entwicklung haben aber selbst wohlmeinende Kräfte (z.B. die Lehrerkammer, Landesschulbeirat, Elternkammer) immer energisch gewarnt. Wenn die Primarschulen sich unterschiedlich entwickeln, wird langfristig Hamburgs Elternschaft schon vor der Einschulung ihrer Kinder mit der Wahl der Primarschule den späteren Bildungsweg festlegen.
Es ist gut, dass die meisten Grundschulen erhalten bleiben. Aber kleine Primarschulen können nicht alle Fächer anbieten, sondern müssen sich spezialisieren. Der Preis dafür ist die Zersplitterung der einheitlichen Grundschulen in viele unterschiedliche Primarschulen. Der Geist des gemeinsamen Lernens wird durch diese Reform langfristig gefährdet.
Das bedeutet für das Gymnasium:
Die vorgeschriebene Dreizügigkeit werden 20 Schulen auf Dauer kaum schaffen. 20% der Gymnasiasten haben zurzeit keine Gymnasialempfehlung. Gerade in weniger wohlhabenden Stadtteilen ist dieser Prozentsatz meist erheblich höher. Dreizügige Gymnasien dort müssen mit Schülerschwund von 20% bis 50% rechnen, wenn das Elternwahlrecht abgeschafft wird. Dieser Eckpfeiler wird dazu führen, dass in benachteiligten Stadtteilen das Sterben der Gymnasien beginnt.
Damit wird das Sterben der Gymnasien in den weniger wohlhabenden Stadtteilen eingeleitet. Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit sehen anders aus.
Regionale Schulentwicklungskonferenz RSK2 gibt bereits nach der 4.Sitzung ihre Standortempfehlung ab
Veröffentlich am 30. März 2009
Am 30.3.09 fand in der Gesamtschule Öjendorf die 4. regionale Schulentwicklungskonferenz (RSK) für den Bereich Billstedt, Mümmelmannsberg und Horn statt. Diese Konferenz setzt sich aus Schulleitern, Lehrern, Eltern und Schüler zusammen und soll Empfehlungen für die zukünftigen Standorte der Primar- und Stadtteilschulen ab dem Schuljahr 2011 / 2012 abgeben.
Die Teilnehmer der RSK 2 (Billstedt, Horn, Mümmelmannsberg) konnten bereits nach der 4. Konferenz ihre Standortempfehlung abgeben. Damit ist die Region Billstedt mit ihrer Arbeit bereits als erste von 22 RSK`s fertig und hier wird es keine 5. RSK- Sitzung mehr geben.
Folgende Standorte wurden von den Mitgliedern geplant:
Primarschulen: An der Glinder Au (3zügig) Billbrookdeich (1zügig) Bonhoefferstr. (3) Möllner Landstr. (4) Archenholzstr. (4) Mümmelmannsberg (6) Rahewinkel (5) Fuchsbergredder (3), Stengelestr (5), Speckenreye (2), Steinadlerweg (3), Sterntalerstr. (2), Beim Pachthof (3) ,Rhiemsweg (3).
Stadtteilschulen: Horn ( Sek1 6 zügig, Sek 2 4 zügig), Öjendorf (6), Mümmelmannsberg ( Sek1 7 zügig, Sek 2 3 zügig), St. Georg in Horn (4).
Gymnasium: Kurt-Körber ( 3 zügig)
An den Schulen Glinder Au, Bonhoefferstr., Möllner Landstr., Stadtteilschule Öjendorf sind Zubauten / Ausbauten notwendig. Der Standort „St. Georg in Horn“ im Querkamp muss wiederhergestellt und renoviert werden.
Die Mitglieder übergaben Ihre Standortempfehlung den Behördenvertreter Herrn Reichel.
So geht es nun weiter:
Wenn alle 15 RSK`s mit ihrer Arbeit fertig sind, werden die Ergebnisse ins Netz gestellt. Es erfolgt dann ein Feedback durch die Schulbehörde an die jeweiligen RSK`s. Dies soll noch bis zu den Sommerferien erfolgen.
Am 2. Juni 2009 gibt es dann einen feierlichen Empfang im Rathaus für alle Teilnehmer der RSK`s.
Im Sommer / Spätherbst wird dann das Beteiligungsverfahren in die Bezirks-versammlungen, Elternkammer und Kreiselternratsvertretung kommen. Ende 2009 folgt die Entscheidung der Deputation. Zur Anmelderunde 2010 ( Frühjahr 2010) sind dann alle Standorte geklärt.
Frank Ramlow, schulpolitischer Sprecher der SPD – Bezirksfraktion und Vorsitzender des Kreiselternrates war in der RSK 2 an allen Konferenzen beteiligt und konnte so Einfluss auf die Standortempfehlung nehmen. Frank Ramlow: „ Die Zusammenarbeit aller Beteiligten in der RKS 2 ist sehr gut gewesen und wir werden diese Standortempfehlungen in der Bezirksversammlung HH-Mitte so unterstützen. Wir fordern Schulsenatorin Goetsch auf, die vorgelegten Standorte zu genehmigen und die erforderlichen Zubauten umgehend zu planen und umzusetzen“.
Newsletter Schule März 2009
Veröffentlich am 5. März 2009
In dieser Woche standen die Haushaltsberatungen der Bürgerschaft im politischen Fokus. Negativ fiel dabei das Urteil des SPD-Fraktionschefs über die Schulpolitik von CDU und GAL aus. Der in der letzten Legislaturperiode erreichte “Hamburger Schulkompromiss” hätte Schulfrieden bringen können, “wenn Bürgermeister von Beust nicht bereit gewesen wäre, auch hier sachlich-politische Grundsätze dem machtpolitischen Kalkül und dem parteipolitischen Opportunismus zu opfern. Das Ergebnis ist der schwarz-grüne Primarschul-Murks”, sagte Neumann. Die schwarz-grünen Schulexperimente verhinderten, dass die Themen Steigerung der Unterrichtsqualität und Förderung so genannter Risikoschüler angepackt wird. “Und so gehen die Reformvorhaben in erster Linie zu Lasten der schwächeren Schülerinnen und Schüler in Hamburg”, sagte Neumann.
Der Grundgedanke des längeren gemeinsamen Lernens sei richtig. “Es ist aber falsch, diesen richtigen Grundgedanken überhastet, ohne breite Zustimmung und parallel zur Schaffung der neuen Stadtteilschule einzuführen. Denn Ihre Reformhektik wird die Kraft für den Aufbau der Stadtteilschule kosten, die wir so dringend brauchen.” Schwarz-Grün zwinge die Schulen, sich mit Raumplänen und Fahrplänen herumzuärgern, statt mit besserer Bildung.
Neumann griff insbesondere die CDU scharf an. Sie schrecke nicht davor zurück, das Wahlrecht der Eltern bei der Frage der weiterführenden Schule abzuschaffen. “Die CDU hat sich im Wahlkampf zur Verteidigerin des Elternwahlrechts aufgespielt. Wir erleben jetzt aber einen schwarz-grünen Wahlrechtsraub. Das werden die Eltern nicht vergessen”, sagte Neumann.
SPD-Bildungsexperte stellt SPD-Pläne für die Hamburger Bildungspolitik vor
Der SPD-Schulexperte Ties Rabe nutzte die Haushaltsdebatte, um die Pläne der SPD-Bürgerschaftsfraktion in der Schulpolitik darzustellen. So will die SPD in einem ersten Schritt die Stadtteilschule zu “der Schulform der Zukunft” entwickeln. Die Gymnasien will die SPD in diesen Prozess einbinden. “So bringen wir das Zusammenwachsen aller Schulformen auf den Weg. Und in absehbarer Zeit machen wir die Türen aller Schulen für alle Schüler auf. Und es wird selbstverständlich sein, dass alle Schüler in jede Schule gehen können – ganz gleich, ob es früher einmal ein Gymnasium oder eine Stadtteilschule war”, sagte Rabe.
Die SPD wolle insbesondere Chancengleichheit für Schüler mit schwierigen Startbedingungen. Hier sehe die SPD besonderen Handlungsbedarf. Rabe nannte als wichtigste Maßnahmen verstärkte Förderung und Nachhilfe statt Sitzenbleiben und Abschulen, mehr Ganztagsschulen, intensivere Sprachförderung, die Unterstützung der Elternarbeit und die Integration der Förderschüler. Die Reformen der SPD seien – anders als das Primarschulexperiment des CDU-GAL-Senats “keine Abenteuergeschichte mit ungewissem Ausgang. Diese Reformen funktionieren. Und wir wollen sie gemeinsam mit den Schülern und Eltern durchsetzen – und nicht gegen sie.”

